Die BetriebsprĂĽfung

Eine Betriebsprüfung steht an – Umgang mit einem Schreckgespenst!

 Fast jeder hat schon einmal vom Schreckgespenst der BetriebsprĂĽfung gehört, weil Patienten oder Kollegen darĂĽber berichtet haben. Nachfolgend möchten wir einen groben Ăśberblick darĂĽber geben, was auf Sie zukommt und wie Sie sich am besten verhalten sollten. 

Jedes Unternehmen wird mehr oder weniger regelmäßig geprüft. Für die Finanzbehörde gibt es im Wesentlichen folgende Auswahlkriterien:

  • Sie wurden schon besonders lange oder womöglich ĂĽberhaupt noch nie geprĂĽft
  • Ihre PrĂĽfung ist aufgrund einer Computerwahl rein zufällig
  • Sie haben irgendwie die Aufmerksamkeit des Finanzamtes erregt
  • Sie ĂĽberschreiten bestimmte Größenmerkmale
  • Komplizierte Sachverhalte bei der eingereichten Steuererklärung
  • Zusammenhang mit anderen bereits geprĂĽften Unternehmen
  • Anonyme Anzeigen oder Querverbindungen
  • Es wird Praxisaufgabe erklärt und die Praxis hat erhebliches Anlagevermögen
 Eine BetriebsprĂĽfung wird immer im Vorfeld angekĂĽndigt.Ein Indiz, ob das Finanzamt bald eine PrĂĽfung vornehmen wird, befindet sich in der Kopfzeile der letzten Steuerbescheide. Falls die letzten Steuerbescheide ohne ersichtlichen Grund unter dem Vorbehalt der NachprĂĽfung (§ 164 Abgabenordnung) stehen, kann dies ein Hinweis auf eine bevorstehenden Praxis-PrĂĽfung sein, die sich in aller Regel auf drei zusammenhängende Jahre bezieht. In einem gemeinsamen Gespräch vor der PrĂĽfung sollten Sie zusammen mit Ihrem Steuerberater mögliche Diskussions- und Angriffspunkte des PrĂĽfers ausfindig machen und eine Gegenstrategie entwickeln. Sollte es in Ihren Unterlagen Dokumente geben, die verfänglich sind, fĂĽhren Sie dazu eine gemeinsame Sichtung mit Ihrem Steuerberater durch.

Sie als Steuerpflichtiger haben während der Betriebsprüfung

  • die Verpflichtung zur Mitwirkung und Auskunft
  • die Buchhaltungsunterlagen der Praxis, Geschäftspapiere und Urkunden (falls steuerlich relevant) vorzulegen
  • einen Raum fĂĽr den PrĂĽfer zur VerfĂĽgung zu stellen
  • die Möglichkeit der detaillierten Darstellung Ihrer Auffassung zu den Sachverhalt- und Rechtsfragen
  • Anspruch auf PrĂĽfung zu Ihren Gunsten und Ungunsten
 Die geeignete Ansprechperson fĂĽr den PrĂĽfer ist im Idealfall Ihr Steuerberater. Seine Einschaltung fĂĽhrt auch dazu, dass Sie mit der BetriebsprĂĽfung wenig belastet werden. Der PrĂĽfer darf in Ihre Privatkonten keine Einsicht nehmen, auĂźer dort gehen ebenfalls betriebliche Zahlungen ein und aus.    

Der PrĂĽfer darf auf folgende Praxisdaten zugreifen:

    • Berechtigung des Datenzugriff auf die mit DV-System erstellte BuchfĂĽhrung der Praxis. Diesen Part ĂĽbernimmt Ihr Steuerberater fĂĽr Sie!
    • Kein Zugriff auf Patientendaten betreffend Diagnose und Behandlungsmethode des Arztes (lediglich in anonymisierter Form).
    • Dem Arzt steht auch in Steuersachen ein Auskunftsverweigerungsrecht zu patientenrelevanten Daten zu. Die Einsicht der Finanzverwaltung in ärztliche Unterlagen ist auf finanzielle Beziehungen zwischen Arzt und Patient beschränkt.
    • Auch E-Mails mĂĽssen fĂĽr das Finanzamt aufbewahrt werden, deshalb strikte Trennung von privaten und geschäftlichen E-Mails. Achtung: Versehentlich ĂĽberlassene Daten dĂĽrfen auch verwertet werden!
 

Die Diskussionspunkte sind verschieden. Es geht aber oft um folgende Bereiche:

    • Sind alle Betriebsausgaben auch wirklich Betriebsausgaben?
    • Fahren Sie wirklich mit Ihrem Praxis-PKW so wenig privat?
    • Stehen sämtliche AnlagegĂĽter auch wirklich in der Praxis?
    • Deckt Ihr erklärtes Einkommen Ihre Lebenshaltungskosten?
    • Abgrenzung der umsatzsteuerfreien von den umsatzsteuerpflichtigen Leistungen.Bei BetriebsprĂĽfungen in Arztpraxen wird oft der Fokus darauf gelegt, die Umsatzsteuerpflicht ärztlicher Leistungen festzustellen oder zu behaupten. Die alte Auffassung, dass alles, was Ă„rzte in AusĂĽbung ihres Berufes tun, umsatzsteuerfrei ist, gilt nicht mehr.
Das Zeitalter der elektronischen Datenerfassung hat in Form des digitalen Praxis-Check auch in der Finanzverwaltung Einzug erhalten. Die BetriebsprĂĽfung erfolgt nun auch elektronisch durch den digitalen Praxis-Check. Hierzu wird von der Finanzverwaltung das Softwareprogramm IDEA eingesetzt, das dem PrĂĽfer auf Knopfdruck auffällige Geschäftspraktiken und Buchungsfehler präsentiert. Dies fĂĽhrt zu einer effizienteren Durchsuchung der Daten nach Auffälligkeiten. AbschlieĂźend kommt es am Ende einer BetriebsprĂĽfung zur sogenannten Schlussbesprechung. In der Schlussbesprechung werden die tatsächlichen Feststellungen und die rechtlichen Folgerungen erörtert. Wie so oft im Leben, bedarf es auch hier manchmal eines Kompromisses. Es empfiehlt sich daher, dieses Gespräch keinesfalls ohne Ihren Steuerberater zu fĂĽhren. Ergibt sich nach der Schlussbesprechung eine Nachzahlung und sollten ĂĽberdies die PrĂĽfungsfeststellungen bei Ihnen strittig bleiben, besteht die Möglichkeit eines Einspruchs.

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