Vermietung an Angehörige: Vorsicht bei zu günstigen Konditionen

Vorsicht bei zu günstiger Vermietung an Angehörige

Bei der Vermietung an Angehörige, sind einige Dinge zu beachten. Angehörige und sich nahe stehende Personen, die miteinander Verträge schließen, müssen – um die steuerliche Anerkennung nicht zu gefährden – unbedingt darauf achten, dass die darin enthaltenen Vereinbarungen fremdüblich sind. Denn bei Verträgen zwischen Angehörigen und nahe stehenden Personen schaut das Finanzamt besonders kritisch hin und prüft, ob der Vertrag dem entspricht, was unter Fremden Dritten abgeschlossen worden wäre. Dabei sind verschiedene Aspekte bei der Vermietung an Angehörige zu berücksichtigen:

  • zum einen muss die Miete der ortsüblichen Miete entsprechen. Als Grenze dafür, dass die Werbungskosten voll abziehbar sind, gelten 66% der ortsüblichen Marktmiete. Darunter ist die Warmmiete einschließlich Nebenkosten zu verstehen.

 

  • Außerdem ist unbedingt darauf zu achten, dass die Mietzahlungen tatsächlich und fristgerecht geleistet werden. Die vertraglich vereinbarten Dinge müssen also auch tatsächlich durchgeführt werden und dürfen nicht nur auf dem Papier stehen.

 

Wenn bei der Vermietung an Angehörige der Mietvertrag aus der Sicht der Finanzverwaltung nicht anerkannt wird, so hat dies mehrere Konsequenzen:

 

  • Einerseits sind die Mieteinnahmen steuerlich nicht zu berücksichtigen, anderseits sind die Ausgaben auch nicht steuerlich absetzbar. Da in der Regel die mit einer Wohnung zusammenhängenden Kosten die Mieteinnahmen übersteigen, wäre dies sehr schade.

 

  • Wenn das Mietverhältnis nicht anerkannt wird, weil die Grenze hinsichtlich der ortsüblichen Miete nicht eingehalten wird, so sind die Mieteinnahmen voll zu versteuern, die Kosten werden jedoch nur anteilig berücksichtigt. Entspricht also die Mieteinnahme beispielsweise nur 50% der ortsüblichen Warmmiete, so sind auch die Kosten nur zu 50% steuerlich zu berücksichtigen.

Weitere Informationen erhalten Sie auch im Urteil vom 4.10.2016, IX R 8/16 des BUNDESFINANZHOF zum Thema Vermietung an Angehörige: 

Zum Urteil

 

Wenn Sie unsicher sind, wie Sie das Mietverhältnis bei der Vermietung an Angehörige finanzamtssicher gestalten sollten, so stehen wir Ihnen selbstverständlich gern zur Seite. Rufen Sie uns gern an oder schreiben Sie uns.

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Bei der Vermietung an Angehörige, sind einige Dinge zu beachten. Angehörige und sich nahe stehende Personen, die miteinander Verträge schließen, müssen - um die steuerliche Anerkennung nicht zu gefährden - unbedingt darauf achten, dass die darin enthaltenen Vereinbarungen fremdüblich sind.
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Steuerkanzlei Kruse Lippert
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