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Verluste bei Nebentätigkeiten

Verluste bei Nebentätigkeiten für Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Künstler und Co.

vor 3 Stunden

Neue Nachrichten: Verluste aus Nebentätigkeiten

Steuerfreie Nebentätigkeiten

Auch die Verluste aus Nebentätigkeiten können im Rahmen der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.  Beispielsweise aus der Tätigkeit als:

  • Übungsleiter,
  • Ausbilder,
  • Erzieher,
  • Betreuer,
  • Pfleger und
  • Künstler.

Die Einnahmen bleiben bis zu 2.400,- € im Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei. Dies gilt, wenn diese von einer juristischen Person des öffentlichen Rechts gezahlt werden.

Die genannten Tätigkeiten haben als gemeinsames Merkmal, dass sie auf andere Menschen durch persönlichen Kontakt Einfluss nehmen, um auf diese Weise deren geistige und körperliche Fähigkeiten zu fördern. Nebenberuflich üben Sie die Tätigkeit dann aus, wenn sie im Kalenderjahr nicht mehr als ein Drittel der Arbeitszeit eines vergleichbaren Vollzeiterwerbs in Anspruch nimmt. Es können deshalb auch Studenten, Rentner, Arbeitslose oder Hausfrauen nebenberuflich tätig sein, obwohl sie im steuerrechtlichen Sinne keinen Hauptberuf ausüben.

Verluste aus Nebentätigkeiten und deren Anerkennung

Der steuerliche Höchstbetrag von 2.400,- € ist natürlich nicht allzu üppig. In Zeiten von Einsparungen und Etat-Kürzungen können viele Vereine nicht einmal diesen Betrag zahlen. Daher  ist Ihr Engagement häufig auch mit eigenen Kosten verbunden, die die Einnahmen übersteigen.

Die Finanzämter haben diese Verluste aus der Nebentätigkeit bislang nicht mit anderen Einkünften in Ihrer Steuererklärung verrechnet. Das Argument lautete immer, dass die Ausgaben ja mit steuerfreien Einnahmen im Zusammenhang stehen und daher nicht abziehbar seien. Eine Anerkennung der Ausgaben fand nur statt, soweit sie die steuerfreien Einnahmen übersteigen und dann auch nur, wenn Einnahmen und Ausgaben größer als der Freibetrag von 2.400,- € waren.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat nun in einem neuen Urteil entschieden, dass die Verluste eines Übungsleiters auch dann absetzbar sind, wenn die Einnahmen unterhalb des Freibetrags von 2.400,- € liegen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass Ihre Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht ausgeübt wird.

Im vorliegenden Fall hatte eine Übungsleiterin steuerfreie Einnahmen von 1.200,- € erzielt und Ausgaben in Höhe von 4.000,- € gegengerechnet. Die Differenz von 2.800,- € als Verluste bei Nebentätigkeiten machte sie entsprechend geltend. Das Finanzamt als auch das Finanzgericht lehnte dies jedoch ab und erkannte lediglich die Ausgaben, die den Freibetrag überstiegen an – also 4.000,- € minus 2.400,- € = 1.600,- €. Der BFH sieht den Fall glücklicherweise jedoch anders.

Auch ohne Einnahmen sind Ausgaben absetzbar!

Entstehen Ihnen also in einem Jahr Aufwendungen aus einer steuerbegünstigten Nebentätigkeit ohne weitere Einnahmen, können Sie auch diese als vorweggenommene Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend machen. Dies müssen Sie anhand von Belegen in Ihrer Steuererklärung nachweisen. In den Folgejahren müssen Sie dann aber auch Gewinne oder Überschüsse erzielen – ein dauerhafter Verlust wird nach wie vor nicht berücksichtigt…

 

Wollen Sie zu diesem Thema mehr wissen? Sprechen Sie uns gerne an!

Aktenzeichen des BFH: III R 23/15

oder siehe auch FG Berlin- Brandenburg 7 K 3121/05B und FG Rheinland- Pfalz 2 K 1996/10

 

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