Blitzlicht Januar 2022

Steuerberater Hannover - Blitzlicht

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie zu jedem Jahreswechsel gibt es eine F√ľlle gesetzlicher Neuregelungen und √Ąnderungen. Die Wichtigsten haben wir f√ľr Sie am Anfang dieser Monatsinformation zusammengestellt.

Die Corona-Krise beschäftigt den Gesetzgeber und die Gerichte weiterhin. Daher wurden verschiedene steuerrechtliche Erleichterungen verlängert, wie insbesondere die Möglichkeit, Steuerforderungen weiterhin zinslos zu stunden, oder steuerrechtliche Erleichterungen mit Corona-Hilfen.

Das Bundesarbeitsgericht hatte sich mit arbeitsrechtlichen Folgen des Lockdowns besch√§ftigt und die Frage gekl√§rt, ob der Arbeitgeber, der seinen Betrieb aufgrund eines staatlich verf√ľgten allgemeinen ‚ÄěLockdowns‚Äú zur Bek√§mpfung der Corona-Pandemie vor√ľbergehend schlie√üen muss, das Risiko des Arbeitsausfalls tr√§gt und verpflichtet ist, den Besch√§ftigten Verg√ľtung unter dem Gesichtspunkt des Annahmeverzugs zu zahlen.

Mit Wirkung zum 1. August 2021 ist die Meldefiktion weggefallen und das Transparenzregister zum Vollregister erstarkt. Dies hat zur Folge, dass zuvor entbehrliche Mitteilungen nun erforderlich werden. Als Erleichterung hat der Gesetzgeber f√ľr Vereinigungen, die bis zum 31. Juli 2021 von einer Mitteilungspflicht befreit waren, √úbergangsfristen normiert, die im Jahr 2022 auslaufen.

Haben Sie Fragen zu den Artikeln dieser Ausgabe der Monatsinformationen oder zu anderen Themen? Bitte sprechen Sie uns an.
Wir beraten Sie gerne.

Jahreswechsel

Wichtige Neuregelungen ab Januar 2022

Der Grundfreibetrag steigt um 204 Euro. Damit soll das Existenzminimum f√ľr Erwachsene steuerfrei gestellt werden. Bei einem Ledigen wird demnach erst ab einem zu versteuernden Einkommen von mehr als 9.948 Euro im Jahr Einkommensteuer f√§llig. Bei Ehepaaren bzw. eingetragenen Lebenspartnern verdoppelt sich der Betrag auf 19.896 Euro.

Vorsorgeaufwendungen f√ľr das Alter k√∂nnen 2022 steuerlich besser abgesetzt werden. F√ľr die Ber√ľcksichtigung der Sonderausgaben gilt 2022 ein H√∂chstbetrag von 25.639 Euro. Maximal k√∂nnen davon im kommenden Jahr 94 % abgesetzt werden. Alleinstehende k√∂nnen demnach 24.101 Euro und Ehepaare bzw. eingetragene Lebenspartner 48.202 Euro steuerlich geltend machen.

Bei der Rentenbesteuerung erh√∂ht sich ab 1. Januar der steuerpflichtige Rentenanteil von 81 auf 82 %. Somit bleiben nur noch 18 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Dieser Anteil gilt f√ľr im Jahr 2022 neu hinzukommende Rentnerjahrg√§nge. Bei Bestandsrenten bleibt der festgesetzte steuerfreie Rentenbetrag bestehen.

Wer seit 2019 eine betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen hat, bekommt 15 % Zuschuss vom Arbeitgeber. Ab 2022 muss dieser Zuschuss auch f√ľr Altvertr√§ge gezahlt werden. Den vollen Zuschuss erh√§lt, wessen Verdienst unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze f√ľr die gesetzliche Krankenversicherung liegt – die betr√§gt 58.050 Euro brutto im Jahr 2022. Bei h√∂herem Verdienst darf der Zuschuss gleitend abgesenkt werden.

Corona-Bonus läuft aus: Arbeitgeber können Mitarbeitern einen Bonus von bis zu 1.500 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei auszahlen oder als Sachleistungen gewähren. Erfasst werden Sonderleistungen, die Beschäftigte zwischen dem 1. März 2020 und dem
31. März 2022 erhalten. Voraussetzung ist, dass die Sonderzahlung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erfolgt.

Zum 1. Januar 2022 wird die Sachbezugsfreigrenze von bisher 44 Euro monatlich auf 50 Euro angehoben. Die Freigrenze gilt f√ľr Sachzuwendungen, etwa Gutscheine, die Besch√§ftigten monatlich √ľberlassen werden. Bis zur Freigrenze k√∂nnen die Zuwendungen steuerfrei behandelt werden. Das √úberschreiten der Freigrenze f√ľhrt zu einer Steuerpflicht des gesamten zugewendeten Betrages. Ein Zusammenrechnen der monatlichen Betr√§ge auf einen Jahresbetrag ist nicht zul√§ssig.

Sachbezugswerte 2022: Der Verbraucherpreisindex ist im ma√ügeblichen Zeitraum von Juni 2020 bis Juni 2021 um 2,8 Prozentpunkte gestiegen. Auf dieser Grundlage wurde der Wert f√ľr Verpflegung von 263 Euro auf 270 Euro (Fr√ľhst√ľck 56 Euro, Mittag- und Abendessen jeweils 107 Euro) angehoben. Der Wert f√ľr Mieten und Unterkunft erh√∂ht sich um 1,7 % von 237 Euro auf 241 Euro.

Der gesetzliche Mindestlohn steigt ab dem 1. Januar von 9,60 Euro auf 9,82 Euro pro Stunde. Zum 1. Juli 2022 soll er dann noch einmal auf 10,45 Euro pro Stunde angehoben werden. Der neue Mindestlohn gilt auch f√ľr Minijobs. Aber: Der Verdienst darf 450 Euro monatlich trotzdem nicht √ľberschreiten. Ansonsten wird das Arbeitsverh√§ltnis sozialversicherungspflichtig.

Mit der Kurzarbeitergeldverl√§ngerungsverordnung (KugverlV) vom 24. November 2021 wird die M√∂glichkeit, die maximale Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes von bis zu 24 Monaten nutzen zu k√∂nnen, f√ľr weitere drei Monate bis zum 31. M√§rz 2022 verl√§ngert. Auch die Erleichterungen und Sonderregelungen f√ľr den Bezug des Kurzarbeitergeldes sind entsprechend verl√§ngert. Die bisherige vollst√§ndige Erstattung der Sozialversicherungsbeitr√§ge wird auf die H√§lfte reduziert. Besonderheit: Arbeitgebern werden weitere 50 % der Sozialversicherungsbeitr√§ge erstattet, wenn ihre Besch√§ftigten w√§hrend der Kurzarbeit an einer unter bestimmten Voraussetzungen gef√∂rderten beruflichen Weiterbildung teilnehmen. Lehrgangskosten f√ľr diese Weiterbildungen k√∂nnen, abh√§ngig von der Betriebsgr√∂√üe, ganz oder teilweise erstattet werden.

Ab 1 Januar 2022 ist die Steuer-ID gewerblicher Mini-jobber √ľber das elektronische Meldeverfahren an die Minijob-Zentrale zu √ľbermitteln – unabh√§ngig davon, ob der Arbeitgeber die Steuer pauschal an die Mini-job-Zentrale zahlt oder die individuelle Besteuerung nach der Lohnsteuerklasse √ľber das Finanzamt vornimmt. Au√üerdem muss in der Daten√ľbermittlung die Art der Versteuerung angegeben werden. Im Haushaltsscheck-Verfahren erfragt die Minijob-Zentrale die Steuer-ID nur in den F√§llen, in denen ausnahmsweise keine Pauschsteuer gezahlt wird.

Einkommensteuer

Corona – Steuerrechtliche Erleichterungen

Laut Bundessteuerberaterkammer (BStBK) hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) klargestellt, dass die Corona-Hilfen zwar nicht als Entsch√§digungen i. S. d. Einkommensteuergesetzes gelten, jedoch die allgemeinen Regelungen zur ertragsteuerlichen Behandlung von Investitionszusch√ľssen anwendbar sind, soweit die gezahlten Hilfen auch Anteile f√ľr die Anschaffung oder Herstellung von Wirtschaftsg√ľtern des Anlageverm√∂gens enthalten. Dadurch ist die M√∂glichkeit gegeben, erhaltene Hilfen von den Anschaffungskosten zu k√ľrzen und somit die sofortige Besteuerung derartiger Hilfsleistungen zu vermeiden. Die Versteuerung erfolgt demzufolge durch gek√ľrzte Bemessungsgrundlagen zur Absetzung f√ľr Abnutzung verteilt auf die betriebsgew√∂hnliche Nutzungsdauer.

Hinweis

Dies gilt f√ľr alle offenen F√§lle!

Fahrtkosten als Reisekosten? РZum typischerweise arbeitstäglichen Aufsuchen eines Sammelpunkts

Der Bundesfinanzhof hat seine Grunds√§tze zu den Reisekosten im Zusammenhang mit dem arbeitst√§glichen Aufsuchen eines Sammelpunkts weiter konkretisiert. Entscheidend sei, ob der Arbeitnehmer aus der Sicht ex ante nach den arbeitsrechtlichen Festlegungen dauerhaft denselben Ort oder dasselbe weitr√§umige T√§tigkeitsgebiet typischerweise arbeitst√§glich aufzusuchen habe. Die arbeitsrechtliche Anordnung des Arbeitgebers als solche m√ľsse f√ľr ihre steuerliche Wirksamkeit nicht dokumentiert werden.

R√ľcklage f√ľr Ersatzbeschaffung – Verl√§ngerung der Reinvestitionsfrist

Das Bundesfinanzministerium hat die Reinvestitionsfrist f√ľr die √úbertragung stiller Reserven auf Ersatzwirtschaftsg√ľter des Anlage- oder Umlaufverm√∂gens nach Bildung einer R√ľcklage erneut verl√§ngert. Die Frist verl√§ngert sich um zwei Jahre, wenn die R√ľcklage ansonsten am Schluss des nach dem 29. Februar 2020 und vor dem 1. Januar 2021 enden Wirtschaftsjahr aufzul√∂sen w√§re. Sie verl√§ngert sich um ein Jahr, wenn die R√ľcklage am Schluss des nach dem 31. Dezember 2020 und vor dem 1. Januar 2022 endenden Wirtschaftsjahres aufzul√∂sen w√§re.

Lohnsteuer

Lohnsteuer f√ľr digitale Betriebsfeier?

Auch bei Online-Betriebsfeiern gelten die lohnsteuerrechtlichen Regelungen, d. h. Zuwendungen der Firma i. R. einer digitalen Betriebsfeier bleiben bis zu einem Betrag von 110 Euro je Mitarbeiter steuerfrei. F√ľr diese Grenze werden alle Aufwendungen einschlie√ülich der Umsatzsteuer zum Beispiel f√ľr Speisen oder Geschenke zusammengerechnet. Maximal kann ein Unternehmen zwei Veranstaltungen pro Jahr f√ľr seine Belegschaft durchf√ľhren, ohne dass Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeitr√§ge gezahlt werden m√ľssen.

Wenn die Betriebsfeier mehr kostet, sind f√ľr den Teil, der die Grenze √ľbersteigt, Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeitr√§ge beim Mitarbeiter abzurechnen. Denn dann gilt die Betriebsfeier als geldwerter Vorteil. Alternativ kann die Firma den h√∂heren Aufwand pauschal versteuern.

An der Feier m√ľssen alle Besch√§ftigten der Firma teilnehmen d√ľrfen. Auch ausgeschiedene Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Leiharbeitskr√§fte, Aushilfen, Praktikanten, Referendare und auch Angeh√∂rige z√§hlen dazu.

Wenn nur eine Abteilung feiert, muss auch hier jedes Teammitglied teilnehmen k√∂nnen. Einladungen nur nach Hierarchie, Umsatzzahlen oder Funktion sind lohnsteuerrechtlich unzul√§ssig. Ob am Ende tats√§chlich teilgenommen wird, bleibt den Mitarbeitern selbst √ľberlassen.

Meeting

Umsatzsteuer

Ge√§nderte Umsatzsteuerregeln f√ľr landwirtschaftliche Betriebe

Ab dem neuen Jahr gelten √Ąnderungen in der Besteuerung kleinerer land- und forstwirtschaftlicher Betriebe. Einem entsprechenden Gesetz aus dem Deutschen Bundestag hat der Bundesrat am 17. Dezember 2021 zugestimmt. Es wird nun dem Bundespr√§sidenten zur Unterzeichnung zugeleitet. Der Umsatzsteuer-Durchschnittssatz f√ľr die vereinfachte Besteuerung pauschalierender land- und forstwirtschaftlicher Betriebe sinkt ab dem Jahr 2022 von 10,7 auf 9,5 %. Betroffen sind Betriebe mit bis zu 600.000 Euro Jahresumsatz.

Drittes Corona-Steuerhilfegesetz РWeitergeltung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes

Die Gew√§hrung des erm√§√üigten Umsatzsteuersatzes in H√∂he von 7 % f√ľr erbrachte Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen, die eigentlich zum 30. Juni 2021 h√§tte beendet sein m√ľssen, wurde befristet bis zum 31. Dezember 2022 verl√§ngert. Die Abgabe von Getr√§nken ist hiervon ausgeschlossen.

Zeitraum

01.01.2021 ‚Äď 31.12.2022

ab 01.01.2023

Speisen zum Verzehr an Ort und Stelle

7 %

19 %

Speisen Außerhausgeschäft
(Imbiss/Lieferung/Abholung)

7 %

7 %

Getränke (Grundsatz)

19 %

19 %

Zum Zeitraum der Rechnungsberichtigung bei zu Unrecht ausgewiesener Umsatzsteuer

Wenn der Rechnungsempf√§nger den Vorsteuerabzug geltend gemacht hat, ist der aufgrund eines unberechtigten Steuerausweises geschuldete Steuerbetrag f√ľr den Zeitraum zu berichtigen, in dem der Rechnungsempf√§nger die Vorsteuer an das Finanzamt zur√ľckzahlt. Auf den Zeitpunkt der Berichtigungsbeantragung beim Finanzamt oder den einer Rechnungsberichtigung kommt es nicht an. So entschied der Bundesfinanzhof.

Die Berichtigung des geschuldeten Steuerbetrages sei unter den im Umsatzsteuergesetz weiter bezeichneten Bedingungen f√ľr den Besteuerungszeitraum vorzunehmen, in dem die Gef√§hrdung des Steueraufkommens beseitigt worden sei. Ein Vorsteuerabzug beim Empf√§nger der Rechnung d√ľrfe nicht durchgef√ľhrt
oder die geltend gemachte Vorsteuer d√ľrfe nicht an die Finanzbeh√∂rde zur√ľckgezahlt worden sein.

Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs zum umsatzsteuerlichen Zuordnungswahlrecht

Der Europ√§ische Gerichtshof hat entscheiden, dass die von der Finanzverwaltung gesetzte Frist f√ľr das umsatzsteuerliche Zuordnungswahlrecht bei gemischt genutzten Gegenst√§nden (z. B. ein Einfamilienhaus oder Photovoltaikanlage wird sowohl privat als auch unternehmerisch genutzt) grunds√§tzlich europarechtskonform sei. Das bedeutet, dass das Zuordnungswahlrecht dem Finanzamt bis zum Ablauf der gesetzlichen Abgabefrist f√ľr die Umsatzsteuererkl√§rung mitgeteilt werden. Zu beachten ist dabei, dass bei der Fristberechnung bestehende Fristverl√§ngerungen f√ľr die Erstellung der Erkl√§rung durch einen Steuerberater nicht ber√ľcksichtigt werden kann.

Berechnungsschema bei Geldspielgeräten mit Gewinnmöglichkeit

Die Bemessungsgrundlage f√ľr die Umsatzbesteuerung von Geldspielger√§ten ist der mittels Z√§hlwerk ermittelte Kasseninhalt abz√ľglich der darin enthaltenen Umsatzsteuer. Das Bundesfinanzministerium hat nun darauf hingewiesen, dass bei Geldspielger√§ten mit Gewinnm√∂glichkeit auf den Auslesestreifen ein Saldo (1) und ein Saldo (2) dargestellt wird. Die Ermittlung erfolgt dann nach folgendem Schema:

Einwurf

– Auswurf

= Saldo (1)

РErhöhung des Auszahlvorrats oder

+ Verminderung des Auszahlvorrats

+ Nachf√ľllungen

– Entnahmen

РFehlbeträge

= elektronisch gezählte Kasse

+ Entnahme

– Nachf√ľllungen

= Saldo (2)

Die Finanzverwaltung sieht demnach den Saldo 1 als ma√ügeblich f√ľr die umsatzsteuerliche Bemessungsgrundlage. Hinzuweisen ist hierbei, dass deutsche Finanzgerichte in Entscheidungen auch andere Auffassungen vertreten.

Arbeitsrecht

Keine Lohnfortzahlung im Lockdown

Muss der Arbeitgeber seinen Betrieb aufgrund eines staatlich verf√ľgten allgemeinen ‚ÄěLockdowns‚Äú zur Bek√§mpfung der Corona-Pandemie vor√ľbergehend schlie√üen, tr√§gt er nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts nicht das Risiko des Arbeitsausfalls und ist nicht verpflichtet, den Besch√§ftigten Verg√ľtung unter dem Gesichtspunkt des Annahmeverzugs zu zahlen. Der Arbeitgeber trage nicht das Risiko des Arbeitsausfalls, wenn zum Schutz der Bev√∂lkerung vor schweren und t√∂dlichen Krankheitsverl√§ufen infolge von SARS-CoV-2-Infektionen durch beh√∂rdliche Anordnung in einem Bundesland die sozialen Kontakte auf ein Minimum reduziert und nahezu fl√§chendeckend alle nicht f√ľr die Versorgung der Bev√∂lkerung notwendigen Einrichtungen geschlossen werden. In so einem Fall realisiere sich nicht ein in einem bestimmten Betrieb angelegtes Betriebsrisiko.

Sonstige

Das Transparenzregister – Ab sofort ein Vollregister

Zum 1. August 2021 ist das Transparenzregister- und Finanzinformationsgesetz (TraFinG) in Kraft getreten, welches das Geldw√§schegesetz (GWG) in Teilen neu gestaltet hat. Der Kreis der Betroffenen, die in das Register einzutragen sind, sowie der inhaltliche Umfang der Meldepflicht sind erweitert worden. Die wesentliche √Ąnderung besteht aber darin, dass das Register mit dem Wegfall der bisher geltenden Mitteilungsfiktion die Gestalt eines Vollregisters annimmt. Der Meldepflicht wird nicht l√§nger dadurch gen√ľge getan, dass die erforderlichen Angaben √ľber ein anderes √∂ffentlich gef√ľhrtes Register wie z. B. das Handelsregister abrufbar sind. Bisher war eine Mitteilung gem√§√ü Geldw√§schegesetz nur dann notwendig, wenn die zu machenden Angaben zum wirtschaftlich Berechtigten nicht √ľber andere √∂ffentlich gef√ľhrte Register wie z. B. √ľber das Handelsregister elektronisch zug√§nglich waren (Meldefiktion).

Mit Wirkung zum 1. August 2021 ist die Meldefiktion weggefallen und das Transparenzregister zum Vollregister erstarkt. Dies hat zur Folge, dass zuvor entbehrliche Mittelungen nun erforderlich werden. Als Erleichterung hat der Gesetzgeber f√ľr Vereinigungen, die bis zum 31. Juli 2021 von einer Mitteilungspflicht befreit waren, √úbergangsfristen normiert.

Demnach m√ľssen

  • Aktiengesellschaften, SE und Kommanditgesellschaften auf Aktien bis sp√§testens 31. M√§rz 2022,
  • Gesellschaften mit beschr√§nkter Haftung, Genossenschaften, europ√§ische Genossenschaften oder Partnerschaften bis sp√§testens 30. Juli 2022 und
  • alle anderen Mitteilungspflichtigen bis sp√§testens 31. Dezember 2022

ihre Mitteilung vornehmen.

Die n√∂tigen Angaben m√ľssen √ľber das Portal www.transparenzregister.de an das Register gemacht werden. Bei Verst√∂√üen gegen die Meldepflicht drohen Sanktionen in Form von empfindlichen Bu√ügeldern.

Entsorgung von steuerrelevanten Unterlagen: Aufbewahrungsfristen beachten!

Zum Jahreswechsel k√∂nnen oft alte Unterlagen entsorgt werden. H√§ufig gilt eine 10-j√§hrige Aufbewahrungsfrist. Nach dem 31. Dezember 2021 k√∂nnen daher B√ľcher, Inventare, Bilanzen, Rechnungen und Buchungsbelege, die vor dem 1. Januar 2012 aufgestellt wurden, vernichtet werden, wenn die Steuerbescheide endg√ľltig sind. F√ľr Gesch√§ftsbriefe und sonstige Unterlagen, wie z. B. Lohnunterlagen, gilt eine 6-j√§hrige Aufbewahrungsfrist. Solche Unterlagen, die vor dem 1. Januar 2016 entstanden sind, k√∂nnen ebenfalls entsorgt werden, wenn die Steuerbescheide endg√ľltig sind.

Corona-Krise: Weitere Verlängerung der verfahrensrechtlichen Steuererleichterungen

Das Bundesfinanzministerium hat eine weitere Verl√§ngerung der Regelungen erlassen, die f√ľr die von den Folgen der Corona-Krise betroffenen Steuerpflichtigen steuerliche Erleichterungen vorsehen. Von besonderer Bedeutung ist die M√∂glichkeit, Steuerforderungen weiterhin zinslos zu stunden

Zu den befristeten Steuererleichterungen zählen u. a.:

  • Stundung von f√§lligen Steuern
  • Absehen von Vollstreckungsma√ünahmen
  • Anpassung von Vorauszahlungen auf die Einkommen- und K√∂rperschaftsteuer 2021 und 2022

Die Anträge auf Stundung bzw. Vollstreckungsaufschub sind bis zum 31. Januar 2022 zu stellen. Anträge auf Anpassung der Vorauszahlungen können bis zum 30. Juni 2022 gestellt werden. Antragsteller haben nachzuweisen, dass sie unmittelbar und nicht unerheblich negativ wirtschaftlich von der Corona-Krise betroffen sind. Wegen den Detailregelungen des Bundesfinanzministeriums sprechen Sie uns bitte an.

Bundesrat stimmt √ľber Verl√§ngerung der Unternehmenshilfen ab

Der Bundesrat hat √ľber die Verl√§ngerung von Corona-Hilfen f√ľr Unternehmen aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds abgestimmt. Nach derzeitiger Rechtslage sind Unterst√ľtzungen f√ľr Unternehmen, die aufgrund der Corona-Krise in Not gerieten, nur bis Ende des Jahres m√∂glich – diese Befristung dehnt der Bundestagsbeschluss nun um sechs Monate bis Ende Juni 2022 aus.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Allgemein. Setzte ein Lesezeichen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert