Arbeitnehmer müssen sich nicht „gesundschreiben“ lassen

Wer sich gesundheitlich so angeschlagen fühlt, dass er glaubt, nicht arbeiten zu können, geht zum Arzt. Dieser wiederum schreibt ihn oft gleich für mehrere Tage, wenn nicht die ganze Woche, krank. Manchmal geht es einem schon nach kürzerer Zeit wieder besser, so dass man eigentlich wieder zur Arbeit gehen könnte. Insbesondere, wenn man weiß, dass es keinen Vertreter gibt und die Arbeit so oder so liegen bleibt und später von einem erledigt werden muss, überlegt man dann, ob man nicht doch wieder zur Arbeit gehen sollte.

Bis vor einiger Zeit war es jedoch so, dass dann in bestimmten Fällen kein Versicherungsschutz bestand. Die Rechtlage hat sich jedoch deutlich verändert:

Krankgeschriebene Arbeitnehmer müssen sich nicht „gesundschreiben“ lassen, wenn sie frühzeitig wieder arbeitsfähig sind. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist nämlich kein Arbeitsverbot sondern lediglich eine Prognose des Arztes darüber, wie lange der Arbeitnehmer voraussichtlich nicht arbeiten kann. Deshalb darf der Arbeitnehmer, wenn die Arbeitsfähigkeit schon früher wieder hergestellt ist, auch zum Arbeitsplatz zurückkehren. Eine „Gesundschreibung“ als Gegenstück zur Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gibt es in Deutschland nicht.

Immer noch hält sich auch hartnäckig das Gerücht, dass man bei einer vorzeitigen Rückkehr an den Arbeitsplatz seinen Versicherungsschutz verliere. Dies ist jedoch falsch: In der Regel genießt auch der krankgeschriebene aber wieder an den Arbeitsplatz zurückgekehrte Arbeitnehmer von der Haustür an bei Wege- und Arbeitsunfällen den gleichen Versicherungsschutz wie alle anderen Arbeitnehmer. Wichtig ist, dass sich der Arbeitnehmer trotz Krankschreibung auf den direkten Weg zur Arbeit macht.

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