Steuerminderung durch häusliches Arbeitszimmer

vor 2 Monaten

Nach bisheriger Rechtsprechung war der Höchstbetrag zum Abzug von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer in Höhe von 1.250 EUR jährlich objektbezogen zu betrachten, sodass bei Nutzung eines Arbeitszimmers durch mehrere Personen jedem Nutzer grundsätzlich der anteilige Höchstbetrag (bei zwei Personen 625 EUR pro Person) zustehen würde. Mit seiner Entscheidung vom 15.12.2016 hält der BFH an der bisherigen Rechtsauffassung nicht mehr fest.

Absetzbarer Höchstbetrag für ein häusliches Arbeitszimmer ist personenbezogen zu betrachten

Der gesetzlich geregelte Höchstbetrag in Höhe von 1.250 EUR ist nach diesem Urteil personenbezogen zu verstehen. Jeder Steuerpflichtige, der das häusliche Arbeitszimmer nutzt, kann danach diesen Höchstbetrag für sich in Anspruch nehmen, sofern er die Voraussetzungen des § 4  Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG in seiner Person erfüllt.

Unser Tipp:

Wird das häusliche Arbeitszimmer von mehreren Personen genutzt, kann nach der neuen Rechtsprechung bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen jeder seine anteilig getragenen Kosten bis zu einer Höhe von 1.250 EUR als Werbungskosten geltend machen.

Nutzen Sie mit mehreren steuerpflichtigen Personen gemeinsam ein häusliches Arbeitszimmer und sind sich nicht darüber im Klaren, welche Möglichkeiten bei Ihnen konkret bestehen, sprechen Sie uns gern an.

Weitere Infos zum häuslichen Arbeitszimmer finden Sie auch in unserem Blogbeitrag vom 28. Juni 2017.

Starke Frauen, starke Branche! Einladung 27. September 2017

vor 2 Monaten

Haben Sie sich schon immer gewünscht, sich mit Kolleginnen in angenehmem Ambiente über Ihre Praxen und was Sie in dem Zusammenhang bewegt, auszutauschen? Dann kommen Sie doch am 27. September zum 5. ladiesdentaltalk zu einem Fortbildungsformat der ganz besonderen Art in Hannover in die „Funky Kitchen“ am EXPOPark. Sie haben die Gelegenheit, im Wohlfühlambiente nette Kolleginnen kennenzulernen und sich mit Ihnen auszutauschen, neue Blickwinkel zu erkennen oder den Blick für Vorhandenes zu schärfen, Informationen zu allgemeinen Themen rund um die Praxis quasi nebenbei zu erhalten oder gezielt Fragen zu stellen und im Gespräch mit Expertinnen verschiedener Fachgebiete zu vertiefen. Und Fortbildungspunkte gibt es auch!

Ich freue mich darauf, Sie zu sehen !

Dipl. Ök. Ingrid Kruse-Lippert Steuerberaterin

Weitere Informationen und wie Sie sich anmelden können erfahren Sie hier.

 

 

Einkommensteuerliche Zusammenveranlagung

vor 2 Monaten
Einkommensteuerliche Zusammenveranlagung trotz langjähriger räumlicher Trennung der Ehegatten

Man könnte den Eindruck haben, dass in den Finanzgerichten Menschen sitzen, die sich mit den Entwicklungen der heutigen Zeit auch unter steuerlichen Gesichtspunkten auseinandersetzen! In einem Urteil vom FG Münster vom 22.02.2017 wurde nämlich entschieden, dass die Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung nach Einkommensteuerrecht trotz jahrelanger räumlicher Trennung der Ehegatten erfüllt sein können.

Bisher war das dauerhafte Zusammenleben der Ehepartner Voraussetzung für die steuerliche Zusammenveranlagung

Das ist insofern positiv, als man bisher davon ausgehen musste, dass eine räumliche Trennung von Ehegatten über einen längeren Zeitraum automatisch zur Versagung der steuerlichen Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung geführt hat. Aus der früheren Rechtsprechung des BFH hat sich ergeben, dass Ehegatten getrennt im Sinne des Steuerrechts leben, wenn die zum Wesen der Ehe gehörende Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft nach dem Gesamtbild der Verhältnisse nicht mehr besteht. Der BFH versteht unter Lebensgemeinschaft bisher die räumliche, persönliche und geistige Gemeinschaft der Ehegatten und unter Wirtschaftsgemeinschaft die gemeinsame Erledigung der die Ehegatten gemeinsam berührenden wirtschaftlichen Fragen ihres Zusammenlebens, z. B. die gemeinsame Entscheidung über die Verwendung des Familieneinkommens.

Das Urteil des FG Münster trägt modernen Beziehungsmodellen Rechnung

In der Entscheidung des FG Münster wird explizit erläutert, dass die eheliche Lebensgemeinschaft nach heutiger Zeit wenigstens das Fortbestehen einer Wirtschaftsgemeinschaft erfordert. Gleichzeitig muss das Fortführen der Ehe angestrebt sein.

Dies bedeutet, dass in der Gesamtbeurteilung ein nicht-dauerndes Getrenntleben anzunehmen ist, wenn die Ehegatten zwar für eine nicht absehbare Zeit räumlich voneinander getrennt leben, aber dennoch die eheliche Wirtschaftsgemeinschaft dadurch aufrecht erhalten, dass sie die sie berührenden wirtschaftlichen Fragen gemeinsam erledigen, gemeinsam über die Verwendung des Familieneinkommens entscheiden und trotz der räumlichen Trennung weiterhin gemeinsame regelmäßige Treffen und Unternehmungen mit der Familie durchführen. Im Urteilsfall hatten die Eheleute vorgetragen, dass gerade weil sich die Eheleute räumlich getrennt haben, die Ehe intakt geblieben sei.

Das Finanzamt hatte sich mit dem Vortrag der Eheleute nicht positiv auseinander setzen können. Diese hatten vorgetragen, dass sich die Formen des familiären Zusammenlebens seit den 60er Jahren stark verändert und weiterentwickelt haben. Die in heutiger Zeit vorhandenen Living-apart-together-Beziehungen wollte das Finanzamt nicht als Voraussetzung für eine einkommensteuerliche Zusammenveranlagung im hier vorliegenden Fall anerkennen und wies darauf hin, dass selbst tägliche Telefonate, gelegentliche gemeinsame Abendessen, gegenseitige Hilfe im Haushalt sowie gemeinsame Unternehmungen zwar auf ein gutes freundschaftliches Verhältnis beider Partner hindeuten würden, aber nicht für das Bestehen einer ehelichen Lebensgemeinschaft im steuerlichen Sinn ausreichten.

Unser Tipp:

Nach diesem Urteil des FG Münster ist es nicht länger hinzunehmen, wenn das Finanzamt aufgrund räumlicher Trennung von Ehegatten die Zusammenveranlagung verwehrt, obwohl die Eheleute eine fortbestehende Wirtschaftsgemeinschaft pflegen und darüber hinaus noch eine persönliche und geistige Gemeinschaft besteht. Der Wille, die Ehe fortzuführen, muss nach außen erkennbar sein. In diesem Fall sollte das Versagen des Finanzamts auf Anerkennung der Zusammenveranlagung nicht widerspruchslos hingenommen werden.

 

Steuerliche Behandlung von Bonuszahlungen

vor 2 Monaten

Wir haben bereits vor einigen Monaten über die steuerliche Behandlung von Bonuszahlungen der gesetzlichen Krankenkassen berichtet und aufgrund eines BFH-Urteils vom Juni 2016 empfohlen, sehr wachsam zu sein. Teilweise bestand nach dem Urteil große Verunsicherung, sodass es am 06.12.2016 ein BMF-Schreiben zu diesem Thema gegeben hat. Darin wird Folgendes klargestellt:

Eine sonderausgabenneutrale Bonuszahlung der Krankenkasse im Sinne dieses von uns bereits erwähnten BFH-Urteils liegt nur in den Fällen vor, bei denen nach den konkreten Bonusmodell-Bestimmungen durch den Versicherten vorab Kosten für zusätzliche Gesundheitsmaßnahmen aufgewendet werden müssen, die anschließend aufgrund eines Kostennachweises erstattet werden.

Das heißt, dass eine Änderung des entsprechenden Steuerbescheides nur dann in Betracht kommt, wenn Bedingung für die Bonuszahlungen war, dass der Versicherung eine Rechnung vorgelegt wurde bzw. die tatsächlichen Kosten nachgewiesen wurden.

Von dem BFH-Urteil aus Juni 2016 nicht erfasst sind dagegen Programme, die lediglich die Durchführung bestimmter Gesundheitsmaßnahmen oder ein bestimmtes Handeln der Versicherten als Voraussetzung für Bonuszahlungen vorsehen. Dies gilt selbst dann, wenn diese Maßnahmen mit Aufwand beim Versicherten verbunden sind, wie zum Beispiel der Besuch eines Fitnessstudios oder Gesundheitskurses sowie sonstiger Präventionsmaßnahmen.

Da in den bisher übermittelten elektronischen Daten der Kranken- und Pflegeversicherungen keine Differenzierung zwischen den einzelnen Arten der Beitragsrückerstattungen erfolgt ist, wurden auch sonderausgabenneutrale Bonuszahlungen zusammen mit Beitragsrückerstattungen anderer Art übermittelt. Laut BMF-Schreiben von Dezember 2016 haben sich die obersten Finanzbehörden der Länder sowie die Krankenversicherungen dahingehend abgestimmt, dass in den von ihnen ermittelten einschlägigen Fällen neue Papierbescheinigungen für die Jahre 2010 bis 2016 mit entsprechenden Hinweisen für die Betroffenen ausgestellt werden sollen, anstatt die unzutreffend  übermittelten Datensätze elektronisch zu korrigieren. Die neue Papierbescheinigung soll die bisher übermittelte Höhe der Erstattung und die neu anzusetzende Höhe der zutreffenden Beitragsrückerstattung ausweisen. Dies ist deshalb erforderlich, da, wie bereits dargestellt, die von den Krankenkassen bisher ausgestellten Bescheinigungen für eine Änderung seitens des Finanzamtes nicht ausreichen.

Beispielhaft kann an dieser Stelle bereits gesagt werden, dass folgende Versicherungen keine sonderausgabenneutralen Bonuszahlungen an ihre Versicherten vornehmen:

Knappschaft Bahn-See

Techniker Krankenkasse (Barprämien aus dem TK-Bonusprogramm und Prämien aus TK-Wahltarifen)

IKK Classic

Barmer (Bonusprogramm B100 – Erfolgsbonus für gesundheitsbewusstes Verhalten)

BKK Dürkopp-Adler im Rahmen des Bonusprogramms Maxi-Bonus

Sollten Sie als Versicherter seitens der genannten Krankenkassen eine Bonuszahlung erhalten haben, kommt eine Änderung eines Steuerbescheides daher nicht in Betracht.

Ab 2017 erfolgt die Meldung der Datensätze seitens der Krankenkassen so, dass die neue Rechtslage für Beitragsrückerstattungen unter Berücksichtigung der BFH-Rechtsprechung erfolgt.

Verringerung der zumutbaren Eigenbelastung

vor 2 Monaten

Mit dem BFH-Urteil vom 19.01.2017 hat ein Steuerpflichtiger zugunsten aller Steuerpflichtigen erstritten, dass sich die Berechnung der sogenannten zumutbaren Eigenbelastung nach § 33 Abs. 3 Satz 1 EStG deutlich zugunsten der Steuerpflichtigen verschiebt. Damit kann sich eine deutliche steuerliche Entlastung ergeben.

Aus dem Urteil ergibt sich nämlich, dass nur der Teil des Gesamtbetrags der Einkünfte, der jeweils den im Gesetz genannten Grenzbetrag übersteigt, mit dem jeweils höheren Prozentsatz belastet wird. Dies bedeutet, dass entgegen der Verwaltungsauffassung laut BFH für die Ermittlung der zumutbaren Belastung kein starrer Prozentsatz anzuwenden ist, sondern die Berechnung stufenweise erfolgen würde.

Eigentlich soll die geänderte Berechnungsweise umgehend schon im Rahmen der automatisierten Erstellung der Einkommensteuerbescheide berücksichtigt werden.

Unser Tipp:

Wir empfehlen, Ihnen in jüngerer Zeit zugegangene Steuerbescheide dahingehend zu überprüfen, ob diese geänderte Berechnungsweise der zumutbaren Eigenbelastung im Einzelfall bereits berücksichtigt wurde. Sollte dies nicht der Fall sein, ist aus unserer Sicht das Einlegen eines Einspruchs empfehlenswert.

Einstufung einer GbR als freiberuflich unterliegt engen Grenzen

vor 3 Monaten

Der BFH stellt hohe Ansprüche, damit eine GbR als freiberuflich eingestuft wird. Im konkreten Fall ging es um ein Übersetzungsbüro, das als GbR auf dem Gebiet der technischen Übersetzungen tätig war. Das Unternehmen erstellte für Kunden technische Handbücher, Bedienungsanleitungen und ähnliche Dokumentationen, indem diese aus oder in andere Sprachen übersetzt wurden. Dabei erfolgten die Übersetzungen auch in Sprachen, die die Gesellschafter selbst nicht beherrschten, sondern für die sie Fremdübersetzer beauftragen mussten. Das Finanzamt stufte die Tätigkeit der GbR als gewerbliche Tätigkeit ein und erließ daraus folgend Gewerbesteuermessbescheide.

Nur wenn sie alle Leistungen selbst erbringen kann, ist eine GbR als freiberuflich einzustufen

Die Klage der GbR wurde abgewiesen, denn der BFH bestätigte die Entscheidung des Finanzamts (BFH-Urteil vom 21.02.2017, Aktenzeichen VIII R 45/13). Dies erfolgte unter Hinweis auf die eigenen Kenntnisse der GbR-Gesellschafter. Nur wenn die Gesellschafter aufgrund eigener Sprachkenntnisse in der Lage gewesen wären, die Übersetzungsleistung selbst vorzunehmen oder fachlich entsprechend ausgebildete Mitarbeiter dahingehend anzuleiten, wäre die Tätigkeit der GbR als freiberuflich einzustufen gewesen.

Das Urteil könnte auch andere Freiberufler treffen

Die Gefahr besteht, dass dieses Urteil auch auf andere Berufsgruppen übertragen wird. Beispielsweise könnten Architektur- oder Ingenieurbüros, die Leistungen als Generalplaner erbringen, durchaus Gefahr laufen, ebenfalls als gewerbliche Unternehmen eingestuft zu werden. Dies kann dann der Fall sein, wenn das Architekturbüro selbst nicht alle Leistungen als Generalplaner im eigenen Büro erbringen kann und aus diesem Grund Leistungen größeren Umfangs an Subunternehmer überträgt, die beispielsweise die technische Gebäudeausrüstung oder die Tragwerksplanung vornehmen.

Unser Tipp:

Im Zweifelsfall sind Sie auf der sicheren Seite, wenn Sie nur die im eigenen Büro fachlich möglichen Auftragsbestandteile auch selbst annehmen und den Auftrag gegebenenfalls in mehrere Bestandteile aufsplitten.

Wenn Sie Fragen zu dieser Entscheidung haben, sprechen Sie uns gern an.

Häusliches Arbeitszimmer

vor 4 Monaten

Mit einem Urteil des BFH vom 22. Februar 2017 unter dem Aktenzeichen IIIR9/16 hat sich der BFH nochmals dazu geäußert, wann die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer für Selbstständige steuerlich berücksichtigungsfähig sind.

Ein häusliches Arbeitszimmer ist unter bestimmten Voraussetzungen absetzbar

Grundsätzlich gilt, dass die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nur dann steuerlich berücksichtigungsfähig sind, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Klarstellend dazu hat der BFH mit dem bereits erwähnten Urteil entschieden, dass bei einem Selbstständigen der in seinen Betriebsräumen vorhandene Schreibtischarbeitsplatz nicht zwangsläufig mit einem solchen zumutbaren anderen Arbeitsplatz gleichzusetzen ist.

Ein Fall aus der Praxis:

Im angesprochenen Fall ging es um einen selbstständig tätigen Heilberufler, der seine Tätigkeit in zwei Praxen in jeweils angemieteten Räumen ausübte. Die für Bürotätigkeiten vorhandenen Räume wurden überwiegend von seinen Angestellten benutzt, sodass der Heilberufler für seine eigenen Verwaltungsarbeiten ein häusliches Arbeitszimmer benutzte.Das Finanzamt hatte die Aufwendungen nicht zum Abzug zugelassen, wogegen der Heilberufler klagte und vom Finanzgericht Recht bekam.

Die Richter urteilten, dass im konkreten Fall die Erledigung der Verwaltungs- und Büroarbeiten in den Praxisräumen wegen der überwiegenden Nutzung seiner Angestellten nicht zumutbar sei. Aus diesem Grund seien die Aufwendungen für sein häusliches Arbeitszimmer begrenzt mit maximal 1.250 EUR pro Jahr abzugsfähig. Der BFH hat diese Auffassung des Finanzgerichts bestätigt.

Unser Tipp:

Lassen Sie sich vom Finanzamt nicht widerspruchslos die Kosten für Ihr häusliches Arbeitszimmer streichen. Mit einer guten Argumentation unter Vorbringung der tatsächlichen Gegebenheiten ist es sehr wohl möglich, diese Kosten steuerlich berücksichtigungsfähig zu machen. Bei Fragen sprechen Sei uns gern an!

Elektronische Kontoauszüge

vor 4 Monaten

Grundsätzlich sind elektronische Kontoauszüge steuerlich anzuerkennen, da an sie keine höheren Anforderungen als an elektronische Rechnungen zu stellen sind.

Aufbewahrungspflichten für elektronische Kontoauszüge bei Unternehmern

Für Unternehmer und Selbstständige gilt jedoch, dass elektronische Kontoauszüge auch in der übermittelten (also elektronischen) Form aufzubewahren sind. Es ist nicht ausreichend, diese Kontoauszüge in Papierform aufzubewahren.

… und Privatleuten

Für Privatleute besteht dagegen keine Aufbewahrungspflicht in elektronischer Form. Aus diesem Grund ist es auch völlig in Ordnung, bei Steuererklärungen als Zahlungsnachweis anstelle von konventionellen Kontoauszügen ausgedruckte online-Bankauszüge anzuerkennen.

All dies hat das Bayrische Landesamt für Steuern mit einer Verfügung vom 20. Januar 2017 unter dem Aktenzeichen S0317.1.1-3/5Ft42 geregelt.

Unser Tipp:

Im Zweifel lieber zu viel als zu wenig archivieren und später entsorgen als wegen der Verletzung von Formalien eine Steuerentlastung zu verlieren!

Bikeleasing als Alternative zum Dienstwagen

vor 4 Monaten

Will der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer etwas Gutes tun, kann seit 2012 ein neu gekauftes Fahrrad zum Dienstfahrrad werden. Für den Arbeitgeber ergibt sich durch Bikeleasing eine Betriebsausgabe und für den Arbeitnehmer eine günstige Alternative an das Traumfahrrad zu kommen.

Als Arbeitnehmer nutzen Sie das Fahrrad sowohl für den Weg zur Arbeit als auch für einen Familienausflug. Für die private Nutzung müssen Sie 1% des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern. Als Listenpreis gilt die auf volle 100 € abgerundete unverbindliche Bruttopreis-Empfehlung des Händlers / Herstellers zum Zeitpunkt der ersten Nutzung.

Eine Beispielrechnung zur Verdeutlichung:

Barlohnumwandlung mit

Fahrrad im Wert von 2.299 €

Gehaltsabrechnung

ohne Fahrrad

Bruttogehalt3.000,00 €3.000,00 €
Abzüglich Leasingrate– 82,65 €0,00 €
Bruttogehalt nach Umwandlung= 2.917,35 €= 3.000,00 €
Zzgl. geldwerter Vorteil (1% vom Neupreis)+22,00 €0,00 €
Berechnungsgrundlage zur Versteuerung2.939,35 €3.000,00 €
Abzüge (Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer, Sozialversicherungsbeiträge)-1.104,73 €-1.135,73 €
Summe Nettogehalt= 1.834,61 €= 1.864,27 €
Abzug 1 % Fahrrad-22,00 €0,00 €
Auszahlungsbetrag auf Konto= 1.812,62 €= 1.864,27 €

 

Durch die Gehaltsumwandlung ergibt sich für den Arbeitnehmer für ein Fahrrad im Wert von 2.299,00 € eine „Netto-Leasingrate“ von gerade einmal 51,65 €.

Weitere steuerliche Entlastungen beim Bikeleasing im Unterschied zum Dienstwagen

Beim Dienstwagen ist der Anfahrtsweg zur Arbeit zu versteuern – beim Dienstfahrrad wird darauf verzichtet, solange die Fahrräder nicht schneller fahren als bis 45 km/h. Erst wenn dies der Fall ist, wird das Fahrrad einem Dienstwagen gleichgesetzt und die 0,03% des Kaufpreises je Kilometer für Fahrten zwischen Wohnort und erster Tätigkeitsstätte sind als geldwerter Vorteil zu versteuern.

Diese Gestaltung innerhalb Ihrer Gehaltsabrechnung kann natürlich nur mit Zustimmung Ihres Arbeitgebers erfolgen. Oftmals erhält der Arbeitgeber bei der Leasingfirma sogar bessere Konditionen als Sie sie als Privatperson erhalten würden.

Unser Tipp:

Sollten Sie sich für dieses Model entscheiden, ist die vertragliche Ausgestaltung sehr wichtig. Im Zuge des Rahmenvertrages mit der Leasingfirma sollte ein Überlassungsvertrag an den Arbeitnehmer aufgesetzt werden. Dieser regelt unter anderem die Nutzungsberechtigten.

 

Änderungen bei den Registrierkassen

vor 4 Monaten

Wir haben Sie in unserem Blog bereits laufend über die Änderungen zu den Registrierkassen seit 2017 informiert, um Ihnen unliebsame Überraschungen durch die Verschärfungen, die zum 01.01.2017 eingetreten sind, zu ersparen.

Keine Verpflichtung zur elektronischen Kassenführung

Diejenigen von Ihnen, die auch weiterhin keine elektronische Kasse sondern eine mechanische Registrierkasse in Ihrem Unternehmen im Einsatz haben, haben sich vielleicht gefragt, was wird denn aus mir und meinem Kassensystem. Hierzu hat ein BMF-Schreiben aus September 2016 Klarheit gebracht: Zwar lief die von der Finanzverwaltung gewährte Übergangsregelung zum 31.12.2016 aus. Natürlich kann aber niemand gezwungen werden, sich eine elektronische Registrierkasse nach Vorgaben der Finanzverwaltung anzuschaffen. Sie müssen also in einem solchen Fall nicht umrüsten und können stattdessen weiterhin Ihre mechanische Registrierkasse benutzen.

Ohne elektronische Registrierkassen sind Prüfungen durch die Finanzverwaltung jedoch sehr wahrscheinlich

Bei Weiternutzung einer mechanischen Registrierkasse müssen Sie sich darauf einstellen, zukünftig noch stärker von der Finanzverwaltung unter die Lupe genommen zu werden. Wenn Sie also unliebsame Überraschungen vermeiden wollen, müssen Sie bestimmte Mindestaufzeichnungen führen und aufbewahren. Sie müssen also:

  • jede Betriebseinnahme und –ausgabe erfassen,
  • jede Einlage und Entnahme erfassen,
  • jeden Geschäftsvorfall klar aufzeichnen,

Dies wiederum bedeutet, dass Sie für jedes Geschäft nennen müssen, was Sie wann an wen verkauft haben. Eine Ausnahme gilt nur beim Verkauf von Waren von geringem Wert an eine unbestimmte Anzahl unbekannter und nicht feststellbarer Personen.

  • Bareinnahmen anhand eines täglichen Kassenberichts nachweisen, in dem Sie die täglichen Einnahmen mit dem Anfangs- und Endbestand der Kasse abstimmen,
  • den Bargeldbestand täglich zählen und mit dem im Kassenbericht ausgewiesenen Bestand vergleichen.
Unser Tipp:

Wenn Ihnen diese verschärften Anforderungen nicht durchführbar erscheinen, sollten Sie überlegen, ob es nicht doch sinnvoll ist, sich eine elektronische Kasse anzuschaffen. Wenn Sie allerdings eine elektronische Registrierkasse nutzen, müssen Sie seit dem 01.01.2017 die von uns früher bereits dargestellten Auflagen ohne Einschränkungen erfüllen.